Baufinanzierung im April 2026: Zinsen nach Ostern weiter in Bewegung, lohnt sich jetzt der Einstieg?

Nach den Osterfeiertagen zeigt sich am Markt für Baufinanzierungen ein klares Bild: Die Zinsen bleiben in Bewegung und für viele Kaufinteressenten wird die Lage nicht einfacher.
Leichter Anstieg setzt sich fort
Schon vor Ostern hatten sich steigende Tendenzen abgezeichnet. Dieser Trend setzt sich nun fort, wenn auch ohne große Sprünge.
Aktuell liegen die Zinsen für Immobilienkredite mit zehnjähriger Zinsbindung meist im Bereich von rund 3,6 bis 4,2 %, je nach Bonität und Eigenkapital.
Damit bleibt das Niveau moderat, bewegt sich aber leicht über den Werten zu Jahresbeginn.
Consorsbank: Bauzinsen steigen
Bei der Consorsbank ist ein leichter Anstieg der Bauzinsen zu beobachten. Das zeigt der aktuelle sogenannte 2/3-Zins: Lag der effektive Jahreszins Ende März noch bei 3,70 %, wurde er inzwischen auf 3,73 % angehoben.
Grundlage für diesen Wert sind typische Finanzierungsannahmen. Dazu zählen ein Nettodarlehen von 200.000 Euro, eine Zinsbindung von zehn Jahren sowie eine anfängliche Tilgung von 2,0 %. Bei einem angenommenen Immobilienpreis von 335.000 Euro ergibt sich daraus derzeit eine monatliche Rate von rund 945 Euro.
BBBank: leicht höhere Zinsen
Auch bei der BBBank haben sich die Konditionen nach der Zinserhöhung Ende März zuletzt nicht weiter erhöht. Für eine Baufinanzierung über 100.000 Euro mit zehnjähriger Zinsbindung und einer anfänglichen Tilgung von 2,0 % liegt der effektive Jahreszins aktuell bei 3,59 %, zuvor waren es 3,53 %.
Für Kreditnehmer bedeutet das konkret: Die monatliche Rate steigt leicht von 454,17 Euro auf 459,17 Euro. Grundlage des Beispiels ist eine Finanzierung mit einem Beleihungsauslauf von 60 % des Immobilienwerts.
Allianz: Bauzinsen bleiben seit März unverändert
Bei der Allianz sind die Bauzinsen im März ebenfalls gestiegen, seitdem haben sich die Konditionen jedoch stabilisiert. Welche Auswirkungen das auf die Finanzierung haben kann, zeigt ein Beispiel des Anbieters.
Für ein Darlehen über 150.000 Euro liegt der gebundene Sollzins aktuell bei 4,67 % pro Jahr. Der effektive Jahreszins beträgt nun 4,80 %, zuvor waren es noch 4,59 %. Bei einer Zinsbindung von 25 Jahren ergibt sich daraus eine monatliche Rate von 833,75 Euro. Vor der Anpassung lag diese noch bei 808,75 Euro.
Unterm Strich bedeutet das Mehrkosten von rund 25 Euro pro Monat beziehungsweise 300 Euro im Jahr.
Grundlage der Berechnung ist eine anfängliche Tilgung von 2 % sowie ein Beleihungsauslauf von 80 %. Das heißt: Der Kredit deckt maximal 80 % des Immobilienwerts ab, die übrigen 20 % müssen Käufer als Eigenkapital einbringen.
Im effektiven Jahreszins sind die Kosten für die Eintragung der Grundschuld bereits berücksichtigt. Zusätzliche Ausgaben beim Immobilienkauf, etwa für Notar, Grunderwerbsteuer oder Makler, fallen jedoch weiterhin separat an.
Warum die Zinsen stabil hoch bleiben
Die Gründe für die Entwicklung haben sich nach Ostern kaum verändert:
- EZB bleibt vorsichtig, Zinssenkungen lassen weiter auf sich warten
- Inflation noch nicht vollständig unter Kontrolle
- Kapitalmärkte reagieren sensibel auf wirtschaftliche Daten
Das sorgt dafür, dass Banken ihre Finanzierungskonditionen weiterhin eher vorsichtig kalkulieren.
Prognose: Keine Entspannung in Sicht
Auch nach Ostern erwarten Experten keine schnelle Trendwende. Vielmehr dürfte sich die aktuelle Lage fortsetzen:
- Bauzinsen bewegen sich seitwärts mit leichtem Aufwärtstrend
- Kurzfristige Schwankungen bleiben wahrscheinlich
- Ein deutlicher Rückgang ist vorerst nicht absehbar
Für Käufer bedeutet das: Planungssicherheit bleibt begrenzt.
Was Käufer jetzt beachten sollten
Die aktuelle Situation erfordert mehr Strategie als Timing. Denn auf deutlich bessere Zinsen zu warten, könnte sich als riskant erweisen.
Wichtige Punkte:
- Zinsen sichern: Wer ein konkretes Objekt hat, sollte nicht zu lange zögern
- Eigenkapital erhöhen: Das verbessert die Konditionen deutlich
- Zinsbindung prüfen: Längere Laufzeiten können Sicherheit geben
- Fazit: Jetzt zählt eine klare Strategie
Nach Ostern ist klar: Der Baufinanzierungsmarkt bleibt angespannt, aber berechenbar genug für fundierte Entscheidungen.
Wer gut vorbereitet ist und Angebote vergleicht, kann auch im aktuellen Umfeld solide Finanzierungen finden, ein perfekter Zeitpunkt ist dagegen weiterhin schwer auszumachen.
