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Kostenloses Girokonto ohne Mindesteingang im Mai 2026: 9 Top-Anbieter im Vergleich

Stand: 11 Mai 2026 I Lesezeit: 6 Min.
Ein kostenloses Girokonto ohne Mindesteingang bleibt dauerhaft gebührenfrei, unabhängig davon, ob und wie viel Geld monatlich darauf eingeht. Wir haben 9 Anbieter geprüft, die diese Bedingungslosigkeit wirklich erfüllen, und zeigen, welche Konten darüber hinaus mit kostenfreien Karten, gutem Bargeldzugang und niedrigen Zusatzgebühren überzeugen.

Das Wichtigste in Kürze

9 wirklich kostenlose Konten
10 Vergleichspunkte

alle mit EU-Banklizenz

  • Wirklich bedingungslos kostenlos sind nur wenige Konten, die meisten Banken verlangen Mindestgeldeingänge zwischen 700 und 1.500 Euro.
  • Trotz kostenloser Kontoführung können Gebühren für Bargeldabhebung, Auslandsnutzung oder Kartenzahlungen anfallen.
  • Top-Anbieter zahlen sogar Zinsen aufs Guthaben, etwa BBVA mit 3 % oder bunq mit 2,01 %.

Unsere Top-Auswahl: Die 3 besten Angebote

Höchste Zinsen

BBVA

BBVA
  • Kostenlose Kontoführung
  • Kostenlose Mastercard Debitkarte
  • Kostenlos Bargeld abheben
  • 3 % Zinsen

Bestes Girokonto mit Kreditkarte

Santander

Santander
  • Kostenlose Kontoführung
  • Dispozinsen: 10,20 % - 13,45 %
  • Kostenlos Bargeld abheben
  • Kontowechsel-Service, Kostenloses Depot & Tagesgeldkonto
Beste App

C24 Bank

C24
  • Kostenlose Kontoführung
  • Dispozinsen: 7,49% - 11,49%
  • 4 kostenlose Bargeldabhebungen weltweit
  • Kontowechsel-Service, kostenloses Depot & 0,05% Cashback

Die 9 besten kostenlosen Girokonten ohne Mindesteingang im Vergleich

0,5 % Zinsen
Santander

C24 Bank

5 / 5

Kontoführungsgebühr p.M.

0 €

Girocard

0 €

Debitkarte

Kostenlose Mastercard

Anzahl Geldautomaten

49.750

Kontoführungsgebühr p.M.

0 €

Girocard

12 € pro Jahr

Debitkarte

Kostenlose Visa

Anzahl Geldautomaten

49.750

Santander

Revolut

4.7 / 5

Kontoführungsgebühr p.M.

0 €

Girocard

Keine

Debitkarte

Kostenlose Visa/Mastercard

Anzahl Geldautomaten

49.750
Beim Anbieter direkt abschließen

3 % Zinsen
Santander

BBVA

4.6 / 5

Kontoführungsgebühr p.M.

0 €

Girocard

Keine

Debitkarte

Kostenlose Mastercard

Anzahl Geldautomaten

49.750

Kontoführungsgebühr p.M.

0 €

Girocard

Keine

Debitkarte

Kostenlose Mastercard

Anzahl Geldautomaten

49.750
Beim Anbieter direkt abschließen

2,01 % Zinsen
Santander

bunq Free

4.5 / 5

Kontoführungsgebühr p.M.

0 €

Girocard

Keine

Debitkarte

Kostenlose Mastercard Kreditkarte

Anzahl Geldautomaten

49.750

Santander

N26 Standard

4.4 / 5

Kontoführungsgebühr p.M.

0 €

Girocard

Keine

Debitkarte

Kostenlose Mastercard

Anzahl Geldautomaten

49.750
Beim Anbieter direkt abschließen

Santander

Trade Republic

4.2 / 5

Kontoführungsgebühr p.M.

0 €

Girocard

Keine

Debitkarte

Kostenlose virtuelle Visa

Anzahl Geldautomaten

49.750
Beim Anbieter direkt abschließen

Santander

Monese

3.9 / 5

Kontoführungsgebühr p.M.

0 €

Girocard

Keine

Debitkarte

Kostenlose virtuelle Mastercard

Anzahl Geldautomaten

49.750
Beim Anbieter direkt abschließen

Was bedeutet „Girokonto ohne Mindesteingang"?

Ein Girokonto ohne Mindesteingang ist ein Konto, dessen Kontoführung dauerhaft gebührenfrei bleibt, unabhängig davon, ob und wie viel Geld monatlich darauf eingeht. Das unterscheidet diese Konten von vielen anderen Girokonten, deren Kostenfreiheit an Bedingungen wie einen monatlichen Geldeingang von 700 bis 1.500 Euro gekoppelt ist.

Für Verbraucher ist die Unterscheidung wichtig, weil viele Banken mit dem Begriff „kostenlos" werben, ohne klar zu kommunizieren, unter welchen Bedingungen die Kostenfreiheit tatsächlich gilt. Wer als Selbstständiger unregelmäßiges Einkommen hat, in Elternzeit ist, das Konto als Zweitkonto nutzt oder kein Gehalt darauf eingehen lassen möchte, kann bei vermeintlich kostenlosen Konten plötzlich monatliche Gebühren von 4 bis 10 Euro zahlen.

Bei einem Girokonto ohne Mindesteingang entfällt diese Bedingung vollständig. Die Kontoführung kostet 0 Euro, egal, wie aktiv das Konto genutzt wird. Allerdings können bei diesen Konten andere Gebühren anfallen, etwa für Bargeldabhebungen an Fremdautomaten, für Auslandseinsätze oder für beleghafte Buchungen. Worauf Sie konkret achten sollten, erläutern wir in den folgenden Abschnitten.

In Deutschland gibt es aktuell nur wenige Banken, die ein Girokonto ohne Mindesteingang dauerhaft anbieten. Die meisten dieser Anbieter sind Direktbanken oder Neobanken, die durch den Verzicht auf Filialen und damit verbundene Personalkosten flexible Gebührenmodelle ermöglichen. Klassische Filialbanken wie Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken oder die Großbanken bieten bedingungslos kostenfreie Konten praktisch nicht mehr an, Ausnahmen wie die Sparda-Bank Hessen sind selten geworden.

Welche Gebühren können trotz kostenloser Kontoführung anfallen?

Auch ein bedingungslos kostenfreies Girokonto bedeutet nicht, dass jede Transaktion gebührenfrei ist. Folgende Gebühren können bei vielen Anbietern anfallen, auch bei den Konten in unserer Top-Auswahl. Wer regelmäßig Bargeld benötigt, häufig im Ausland unterwegs ist oder beleghafte Buchungen vornimmt, sollte besonders genau hinsehen.

Bargeldabhebung an Fremdautomaten

Die Verfügbarkeit kostenfreier Bargeldabhebung ist einer der größten Unterschiede zwischen Girokonten. Klassische Filialbanken sind oft Mitglied in einem Geldautomaten-Verbund, Cash Group (Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank, Hypovereinsbank) oder CashPool (Sparda, Targobank, Santander). Innerhalb des Verbunds sind Abhebungen kostenfrei, an Automaten anderer Banken oder Sparkassen werden meist 4 bis 5,50 Euro pro Vorgang berechnet, ein erheblicher Posten, der bei häufiger Bargeldnutzung schnell mehrere Hundert Euro im Jahr ausmachen kann.Direktbanken und Neobanken arbeiten anders. Sie haben kein eigenes Filialnetz und kompensieren das durch verschiedene Modelle: C24 Smart bietet kostenfreie Abhebungen an mehr als 49.000 Automaten in Deutschland mit Cashback-System. bunq Free ermöglicht weltweit eine begrenzte Anzahl kostenfreier Abhebungen pro Monat. Revolut Standard bietet bis zu 200 Euro pro Monat an kostenfreier Auslandsabhebung, danach 2 Prozent Gebühr.Wer regelmäßig größere Bargeldbeträge benötigt, sollte vor der Kontoeröffnung prüfen, wie das Bargeldnetz der jeweiligen Bank funktioniert. Ein scheinbar günstiges Konto kann im Alltag durch Fremdautomaten-Gebühren teuer werden.

Auslandsnutzung: der versteckteste Kostenpunkt

Bei Reisen oder Online-Käufen in Fremdwährungen können erhebliche Kosten entstehen, die bei der Kontoeröffnung selten geprüft werden. Üblich sind zwei Gebührenarten: ein Auslandseinsatzentgelt von 1 bis 2 Prozent für Zahlungen außerhalb der Eurozone und ein Wechselkursaufschlag von oft 0,5 bis 1,5 Prozent zusätzlich zum offiziellen Mittelkurs.In der Praxis bedeutet das: Wer in einer Fremdwährung 1.000 Euro ausgibt, zahlt bei vielen klassischen Konten einen Aufschlag von 15 bis 30 Euro, Geld, das scheinbar nirgends ausgewiesen wird, weil der Aufschlag bereits im Wechselkurs versteckt ist. Konten mit kostenfreier Fremdwährungs-Nutzung wie C24 Smart, Revolut oder bunq sind hier deutlich günstiger.Für Vielreisende und Personen, die häufig im Ausland online einkaufen, kann allein dieser Punkt die Wahl des Girokontos bestimmen. Wer einmal pro Jahr in den Urlaub fährt und dort 2.000 Euro ausgibt, zahlt bei einem klassischen Konto schnell 30 bis 60 Euro Aufschlag, bei einem reisefreundlichen Konto null Euro.

Beleghafte Buchungen und Sonderüberweisungen

Überweisungen, die nicht online, sondern per Papierformular eingereicht werden, kosten bei den meisten Banken zwischen 1 und 2,50 Euro pro Vorgang. Für Personen, die regelmäßig per Papierüberweisung agieren, etwa ältere Menschen oder Geschäftsleute mit traditionellen Workflows, kann das eine relevante Kostenposition sein. Bei reinen Online-Banken sind beleghafte Buchungen oft gar nicht möglich. Sonderüberweisungen wie Auslandsüberweisungen außerhalb der SEPA-Zone oder Eilüberweisungen kosten zusätzlich, meist zwischen 5 und 50 Euro je nach Bank und Zielland.

Echtzeit-Überweisungen

Seit Januar 2025 müssen alle EU-Banken Echtzeit-Überweisungen zum gleichen Preis wie Standardüberweisungen anbieten. In der Praxis variiert die Umsetzung allerdings noch. Manche Banken bieten Echtzeit-Überweisungen kostenfrei, andere erheben weiterhin Aufschläge zwischen 0,50 und 1 Euro pro Überweisung, letzteres ist seit 2025 strenggenommen nicht mehr zulässig.ZusatzkartenEine Girocard ist meist im Standard-Paket enthalten. Zusatzkarten wie eine Kreditkarte oder weitere Debitkarten kosten teilweise 12 bis 36 Euro Jahresgebühr. Bei Santander BestGiro fällt etwa eine Girocard-Gebühr von 12 Euro pro Jahr an. Wer mehrere Karten benötigt, sollte vor der Kontoeröffnung die Gesamtkosten kalkulieren.

Bargeldeinzahlung

Bei reinen Online-Banken ist die Bargeldeinzahlung oft nicht oder nur über Partner-Geschäfte möglich. Bei C24 Smart kostet die Einzahlung über teilnehmende Handelspartner 1,75 Prozent des Betrags. Wer regelmäßig Bargeld einzahlen muss, sollte ein Konto mit Filialnetz oder kostenfreier Einzahlungsmöglichkeit erwägen.

Dispozinsen

Wird das Konto überzogen, fallen Dispozinsen an. Diese liegen bei den meisten Banken aktuell zwischen 7 und 13 Prozent pro Jahr und können das Konto schnell teuer machen. Bei C24 Smart und einigen Neobanken liegen die Dispozinsen am unteren Rand der Spanne, bei Filialbanken oft am oberen.

Für wen lohnt sich ein Girokonto ohne Mindesteingang besonders?

Ein Girokonto ohne Mindesteingang ist die richtige Wahl für alle, deren Lebenssituation nicht zum klassischen Modell „regelmäßiges Gehalt aufs Hauptkonto" passt. Besonders profitieren:

  • Selbstständige und Freiberufler, die ihr Einkommen über ein separates Geschäftskonto abwickeln und das Girokonto nur für private Ausgaben nutzen.
  • Studierende und Auszubildende mit unregelmäßigem Einkommen aus Nebenjobs, BAföG oder Unterstützung der Eltern, das nicht jeden Monat den geforderten Mindestbetrag erreicht.
  • Personen in Elternzeit oder Pflegezeit, deren reguläres Einkommen für eine begrenzte Zeit entfällt oder sich ändert.
  • Rentner und Pensionäre, die ihre Bezüge auf ein anderes Konto erhalten oder verschiedene Konten nutzen wollen.
  • Inhaber eines Zweit- oder Spezialkontos, etwa für Reisen, Online-Shopping, gemeinsame Haushaltsausgaben oder für strukturierte Sparziele.
  • Alle, die einfach Flexibilität schätzen, ohne sich an Mindestumsätze oder Aktivitätsbedingungen zu binden.

Ein Girokonto ohne Mindesteingang lässt sich problemlos parallel zu einem bestehenden Hauptkonto führen. Die Eröffnung ist gesetzlich nicht beschränkt, und mehrere Konten zu führen wird auch nicht negativ in der Schufa vermerkt.

Wie sicher sind kostenlose Konten bei Direktbanken und Neobanken?

Direktbanken und Neobanken sind genauso sicher wie klassische Filialbanken, vorausgesetzt, sie verfügen über eine vollwertige Banklizenz innerhalb der Europäischen Union. In diesem Fall greift die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Bank und Kunde.

Vollwertige Banklizenz haben unter anderem C24 (Deutschland), N26 (Deutschland), BBVA (Spanien), bunq (Niederlande), Openbank (Spanien). Die Einlagen sind in voller Höhe bis 100.000 Euro geschützt.

E-Geld-Lizenz statt Banklizenz haben dagegen Anbieter wie Revolut Standard (für die Standard-Konten ohne Mehrkostenpaket), Wise und teilweise Vivid Money. Hier greift die klassische Einlagensicherung nicht. Stattdessen werden Kundengelder bei Partnerbanken separiert verwahrt, was im Insolvenzfall einen anderen, in der Praxis oft langsameren Auszahlungsprozess bedeutet. Für hohe Kontostände ist das relevant.
Bei der Auswahl sollten Sie deshalb prüfen: Welche Lizenz hat die Bank? In welchem Land ist sie registriert? Greift die deutsche oder eine andere EU-Einlagensicherung? Diese Informationen finden Sie meist im Impressum der Bank-Webseite oder im Preis- und Leistungsverzeichnis.

Ein zusätzlicher Schutz ist der freiwillige Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken, der bei vielen deutschen Banken Beträge weit über 100.000 Euro absichert. Diese Information ist insbesondere für vermögende Kontoinhaber relevant.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Nicht jedes kostenlose Girokonto ohne Mindesteingang passt zu jeder Lebenssituation. Folgende sechs Kriterien helfen bei der Auswahl:

  • Karten-Ausstattung: Standard ist eine Girocard für Deutschland und eine Debit- oder Kreditkarte für internationale Zahlungen. Prüfen Sie, ob beide Karten kostenfrei sind und welche Funktionen die jeweilige Karte bietet — etwa Apple Pay, Google Pay oder kontaktloses Zahlen.
  • Bargeldverfügbarkeit: Wer regelmäßig Bargeld benötigt, sollte auf das Geldautomatennetz achten. Konten mit Cash-Group- oder CashPool-Zugang bieten gebührenfreie Abhebungen an mehreren Tausend Automaten in Deutschland. Reine Online-Banken bieten oft eine begrenzte Anzahl kostenfreier Auslandsabhebungen.
  • Bargeldeinzahlung: Bei Online-Banken ist die Bargeldeinzahlung oft nicht oder nur über Partner möglich. Wer regelmäßig Bargeld einzahlen muss, sollte ein Konto mit Filialnetz wie Santander oder die Cash-Group-Banken erwägen.
  • Verzinsung des Guthabens: Einige Anbieter zahlen sogar Zinsen aufs Girokontoguthaben. Aktuell bietet BBVA mit 3 Prozent für die ersten Monate die höchsten Aktionszinsen, bunq Free 2,01 Prozent, C24 Smart 0,5 Prozent.
  • App-Qualität und Online-Banking: Wer das Konto vorrangig per App nutzt, sollte vor der Eröffnung Bewertungen und Funktionalität prüfen. C24 Smart und N26 gelten in der Branche als App-Vorreiter, klassische Filialbanken haben hier oft Nachholbedarf.
  • Prämien und Wechselbonus: Viele Banken zahlen Wechselprämien zwischen 50 und 200 Euro für Neukunden, die per digitalem Kontowechsel-Service ihre Daueraufträge übertragen. Diese Prämien sind oft an Geldeingänge in den ersten Monaten geknüpft, bei Konten ohne Mindesteingang sollten Sie deshalb genau prüfen, ob die Prämie auch ohne regelmäßige Geldeingänge ausgezahlt wird.

Häufige Fehler bei der Kontowahl und wie Sie sie vermeiden

Beim Wechsel zu einem kostenlosen Girokonto unterlaufen vielen Verbrauchern dieselben Fehler. Wer diese kennt, spart sich nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Frustration.

  • Fehler 1: Nur auf die monatliche Grundgebühr schauen – Eine kostenfreie Kontoführung ist wertlos, wenn an anderen Stellen Gebühren entstehen. Wer monatlich dreimal Bargeld an Fremdautomaten abhebt und im Urlaub mit der Karte bezahlt, kann mit einem „kostenlosen" Konto schnell 80 bis 150 Euro pro Jahr ausgeben, während ein durchdachtes kostenloses Konto bei gleicher Nutzung null Euro kostet. Die Kontoführungsgebühr ist nur einer von vielen Kostenpunkten.
  • Fehler 2: Lockangebote für das erste Jahr akzeptieren – Konten, die nur im ersten Jahr kostenlos sind, lohnen sich selten. Im zweiten Jahr fallen oft höhere Gebühren an als bei dauerhaft transparenten Anbietern, und ein erneuter Wechsel ist mit Aufwand verbunden. Achten Sie beim Vergleich auf das Kleingedruckte zur Folgejahres-Konditionen, ein „kostenlos für 12 Monate" steht bei genauerem Hinsehen oft hinter einem Stern.
  • Fehler 3: Die Bedingungen für die Gebührenfreiheit überschätzen – Ein Mindestgeldeingang von 700 Euro klingt machbar, bis das Gehalt einen Monat später überwiesen wird, eine Lohnfortzahlung wegfällt oder die Selbstständigkeit ein schwaches Quartal hat. Bedingungslose Konten haben hier den klaren Vorteil, dass sie unabhängig von Lebenssituationen funktionieren. Wer ein konditioniertes Konto wählt, sollte ehrlich kalkulieren, ob die Bedingung über 3, 5 oder 10 Jahre zuverlässig erfüllt werden kann.
  • Fehler 4: Die Geldautomaten-Verfügbarkeit ignorieren – Wer in einer ländlichen Region wohnt, in der vor allem regionale Sparkassen und Volksbanken Automaten betreiben, hat mit einem Direktbank-Konto oft schlechten Zugang zu kostenfreiem Bargeld. Vor dem Wechsel sollten Sie über die Webseite der jeweiligen Bank prüfen, welche Automaten in Ihrer Umgebung gebührenfrei nutzbar sind. Eine alternative Bargeldquelle ist Cashback an der Supermarktkasse, viele Märkte bieten das ab einem Mindesteinkauf an.
  • Fehler 5: Die App nicht vor dem Wechsel testen – Bei reinen Online-Banken ist die App das einzige Interface zum Konto. Wer mit der App nicht zurechtkommt, sei es wegen schlechter Bedienbarkeit, Sprachbarriere oder fehlender Funktionen, sitzt nach dem Wechsel mit einem Konto fest, das er nicht effektiv nutzen kann. Nutzen Sie öffentlich verfügbare Demos oder Bewertungen in den App-Stores vor der Kontoeröffnung.
  • Fehler 6: Mehrere kostenlose Konten parallel ohne Plan – Es gibt keine gesetzliche Begrenzung der Kontoanzahl, und mehrere kostenlose Konten verursachen keine Mehrkosten. Trotzdem: Wer fünf Konten gleichzeitig führt, verliert schnell den Überblick über Lastschriften, Daueraufträge und Guthaben. Eine sinnvolle Aufteilung, etwa ein Hauptkonto, ein Zweitkonto für Sparziele und gegebenenfalls ein Reisekonto, funktioniert besser als ein zufälliges Sammelsurium.
  • Fehler 7: Die Einlagensicherung ignorieren – Bei Konten mit Guthaben unter 100.000 Euro ist die EU-Einlagensicherung ausreichend. Wer höhere Beträge auf dem Konto liegen hat, auch nur kurzfristig, etwa nach einer größeren Überweisung, sollte über mehrere Banken streuen oder einen Großteil auf separate Tagesgeld- oder Festgeldkonten verlagern, um die Einlagensicherung pro Bank optimal auszunutzen.

Filialbank, Direktbank oder Neobank — was passt zu wem?

Drei Bank-Typen dominieren den deutschen Girokonto-Markt: klassische Filialbanken, Direktbanken und Neobanken. Jeder Typ hat spezifische Stärken und Schwächen und eine bestimmte Zielgruppe, für die er am besten passt.

Filialbanken — Sparkasse, Volksbank, Commerzbank, Deutsche Bank

Filialbanken zeichnen sich durch ihre physischen Zweigstellen und persönliche Beratung aus. Sie bieten umfassende Bank-Dienstleistungen unter einem Dach — Girokonto, Kredite, Versicherungen, Anlageberatung — und haben in der Regel ein dichtes Geldautomaten-Netz. Die Schwäche: Sie sind teurer als Online-Anbieter. Echte bedingungslos kostenfreie Konten sind im Filialbank-Bereich selten, weil die Kosten für Personal und Filialen finanziert werden müssen.

  • Geeignet für: Personen, die persönliche Beratung schätzen, regelmäßig größere Bargeldmengen ein- und auszahlen, mehrere Bankprodukte beim selben Anbieter führen wollen, oder in ländlichen Regionen leben, in denen Online-Banking nicht praktisch ist. Senioren, die das digitale Banking nicht regelmäßig nutzen, sind hier oft besser aufgehoben.

Direktbanken — DKB, ING, Comdirect, Consorsbank

Direktbanken sind klassische Banken ohne Filialen. Sie bieten den vollen Funktionsumfang einer Filialbank, aber günstiger, weil keine Filialkosten entstehen. Bedingungslos kostenfreie Konten sind hier deutlich häufiger als bei Filialbanken, allerdings oft an Bedingungen wie Aktivkundenstatus geknüpft. Online-Banking ist meist gut entwickelt, der Service erfolgt telefonisch oder per E-Mail.

  • Geeignet für: Verbraucher, die ihr Konto vorrangig digital nutzen, aber gelegentlich ausführliche Online-Banking-Funktionen brauchen, etwa für komplexe Überweisungen, Wertpapier-Depot, Sparpläne oder Kreditanträge. Berufstätige mit regelmäßigem Geldeingang profitieren am meisten.

Neobanken — N26, C24 Smart, Trade Republic, bunq, Vivid, Revolut

Neobanken sind digital-first Banken, die ohne klassische IT-Infrastruktur und meist mit modernen Apps starten. Sie bieten oft die niedrigsten Gebühren, die besten Apps und die innovativsten Funktionen — etwa Echtzeit-Benachrichtigungen, automatisierte Sparkategorien, Cashback-Programme oder Verzinsung. Die Schwäche: Beratung erfolgt fast ausschließlich per Chat oder Mail, und nicht alle Neobanken haben eine vollwertige Banklizenz.
Geeignet für: App-affine Verbraucher, jüngere Zielgruppen, Vielreisende, Personen mit modernem Lebensstil. Wer das Konto fast ausschließlich per Smartphone nutzt und auf Filialberatung verzichten kann, fährt mit einer Neobank meist am besten.

Hybrid-Modelle als Kompromiss

Eine zunehmend beliebte Strategie ist die Kombination zweier Konto-Typen: ein Filialbank- oder Direktbank-Konto als Hauptkonto und eine Neobank als Zweitkonto für Reisen, Online-Shopping oder bestimmte Sparziele. So nutzen Verbraucher die Stärken beider Welten, Beratung und Zuverlässigkeit der einen, Innovation und niedrige Gebühren der anderen.

Der deutsche Girokonto-Markt verändert sich aktuell schneller als in den vergangenen Jahren. Mehrere Entwicklungen bestimmen die Konditionen und das Angebot.

Verzinsung aufs Girokonto-Guthaben kehrt zurück

Nach Jahren der Nullzinsphase bieten zunehmend mehr Banken Zinsen auf das Girokonto-Guthaben. Treiber sind vor allem Neobanken wie BBVA mit 3 Prozent Aktionszinsen, bunq Free mit 2,01 Prozent und Trade Republic mit 2 Prozent. Klassische Banken ziehen langsam nach, allerdings meist nur unter Bedingungen wie Mindestguthaben oder Aktivkundenstatus. Für Verbraucher bedeutet das: Wer regelmäßig größere Beträge auf dem Girokonto liegen hat, kann durch die richtige Kontowahl mehrere Hundert Euro pro Jahr verdienen.

Echtzeit-Überweisungen werden Standard

Seit Januar 2025 müssen alle EU-Banken Echtzeit-Überweisungen zum gleichen Preis wie Standardüberweisungen anbieten. In der Praxis bedeutet das: Geld ist meist in Sekunden auf dem Empfängerkonto verfügbar, ein deutlicher Fortschritt gegenüber den früheren ein bis zwei Werktagen. Manche Banken erheben weiterhin Aufschläge, was seit 2025 strenggenommen nicht mehr zulässig ist.

Konsolidierung im Markt der kostenlosen Konten

Mehrere Banken haben in den letzten Jahren ihre Konditionen für „kostenlose" Konten verschärft. Die Commerzbank hat 2024 ihre Bedingungen angehoben, ähnliche Anpassungen gab es bei der Postbank und mehreren Sparkassen. Gleichzeitig sind neue, wirklich bedingungslose Anbieter wie Trade Republic in den Markt eingetreten. Die Folge: Die Anzahl wirklich bedingungslos kostenfreier Konten ist heute geringer als vor fünf Jahren, wer eines hat, sollte es behalten.

Apple Pay und Google Pay als Standard

Mobile Payment ist 2026 in Deutschland weitgehend etabliert. Fast alle Direktbanken und Neobanken unterstützen Apple Pay und Google Pay, viele Filialbanken inzwischen auch. Wer das Konto vorrangig per Smartphone nutzt, sollte vor der Eröffnung prüfen, ob beide Bezahldienste unterstützt werden, bei einigen kleineren Anbietern ist das immer noch nicht der Fall.

Datenschutz und Sicherheit gewinnen an Bedeutung

Cyberangriffe und Phishing-Attacken auf Bankkunden nehmen zu. Banken reagieren mit verstärkter Zwei-Faktor-Authentifizierung, biometrischer Anmeldung und Echtzeit-Warnsystemen. Bei der Wahl eines neuen Girokontos lohnt sich der Blick auf die Sicherheitsfunktionen der App, etwa ob biometrische Authentifizierung Standard ist und wie schnell verdächtige Transaktionen gemeldet werden.

Open Banking und Drittanbieter-Apps

Seit der PSD2-Richtlinie ermöglichen viele Banken den Zugriff durch Drittanbieter-Apps wie Tomorrow oder bunq. Verbraucher können so mehrere Konten in einer einzigen App verwalten, was die Mehrfachkonten-Strategie deutlich praktischer macht.

Kontowechsel — In 5 Schritten zum neuen Girokonto

Ein Kontowechsel ist heute deutlich einfacher als noch vor wenigen Jahren. Die meisten Banken bieten einen digitalen Kontowechsel-Service, der Daueraufträge, Lastschriften und regelmäßige Zahlungspartner automatisch überträgt. Der gesamte Prozess dauert in der Regel zwischen einer Woche und wenigen Wochen.

  1. Neues Konto eröffnen: Eröffnen Sie das neue Girokonto online. Bei den meisten Anbietern dauert die Eröffnung 10 bis 30 Minuten. Sie laden die nötigen Dokumente hoch und identifizieren sich per Video-Ident-Verfahren.
  2. Kontowechsel-Service nutzen: Sobald das neue Konto freigeschaltet ist, starten Sie den digitalen Kontowechsel-Service der neuen Bank. Sie geben dort die IBAN des alten Kontos ein und wählen aus, welche Zahlungspartner informiert werden sollen — Arbeitgeber, Vermieter, Versicherer, Telefongesellschaft, Stromanbieter und so weiter.
  3. Zahlungspartner manuell informieren: Einige wichtige Zahlungspartner sollten Sie zusätzlich manuell informieren, vor allem den Arbeitgeber und das Finanzamt. So vermeiden Sie, dass eine Überweisung versehentlich noch auf das alte Konto geht.
  4. Restguthaben übertragen: Sobald alle Zahlungspartner umgestellt sind und keine ausstehenden Lastschriften mehr zu erwarten sind, übertragen Sie das Restguthaben vom alten auf das neue Konto.
  5. Altes Konto kündigen: Kündigen Sie das alte Konto schriftlich. Achten Sie darauf, dass keine offenen Lastschriften mehr im Umlauf sind. Banken bestätigen die Kündigung in der Regel innerhalb von einer bis zwei Wochen.

Wichtig: Viele Banken zahlen Wechselprämien zwischen 50 und 200 Euro, wenn Sie den digitalen Kontowechsel-Service nutzen und mindestens zwei oder drei Zahlungspartner umstellen. Bei der Eröffnung des neuen Kontos lohnt sich deshalb der Blick auf aktuelle Wechselboni.

Häufig gestellte Fragen zum kostenlosen Girokonto ohne Mindesteingang