EZB erhöht Leitzins auf 2,5 %: so viel mehr Zinsen gibt es jetzt für Festgeld

Die Europäische Zentralbank hat ihren geldpolitischen Kurs erneut verschärft und das hat direkte Folgen für alle, die ihr Geld in Festgeld anlegen. Am 10. September 2026 hat der EZB-Rat beschlossen, die drei Leitzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte anzuheben. Seit dem 16. September 2026 gilt damit ein neues Zinsniveau, das Sparer aufhorchen lässt.
Die Entscheidung im Überblick
Mit dem Beschluss steigt der für Sparprodukte maßgebliche Einlagensatz von 2,25 % auf 2,50 %. Der Hauptrefinanzierungssatz klettert auf 2,65 %, der Spitzenrefinanzierungssatz auf 2,90 %. Es ist bereits die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr, nachdem die EZB am 11. Juni 2026 erstmals seit September 2023 wieder an der Zinsschraube gedreht hatte.
Der Grund für den Kurswechsel ist die hartnäckig hohe Inflation im Euroraum. Sie lag im August 2026 bei 3,3 % und damit weiterhin deutlich über dem Zielwert von 2,0 %. Befeuert wurde der Preisdruck vor allem durch steigende Energiepreise infolge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. EZB-Präsidentin Christine Lagarde machte auf der anschließenden Pressekonferenz deutlich, dass sich der Rat nicht auf einen festen weiteren Zinspfad festlegt, sondern von Sitzung zu Sitzung datenabhängig entscheiden werde. Laut den aktualisierten Projektionen soll die Inflation erst gegen Ende 2027 wieder zum Zielwert zurückkehren, im Schnitt werden 3,0 % für 2026, 2,5 % für 2027 und 2,1 % für 2028 erwartet. Die nächste Zinssitzung, bei der über mögliche weitere Anpassungen entschieden wird, findet am 29. Oktober 2026 statt.
Was das für Festgeld bedeutet
Für Verbraucher, die auf Festgeld setzen, ist vor allem der Einlagensatz relevant: Er dient vielen Banken als Orientierungsgröße für die Konditionen, die sie ihren Kunden anbieten. Steigt der Einlagensatz, haben Banken tendenziell mehr Spielraum, auch die Zinsen für Festgeld- und Tagesgeldkonten anzuheben, weil sie selbst bei der EZB besser verzinst werden.
Allerdings passen Banken ihre Konditionen erfahrungsgemäß nicht sofort und nicht alle im gleichen Tempo an einen Zinsentscheid an. Manche Institute reagieren innerhalb weniger Tage, andere lassen sich Wochen Zeit oder halten ihre Angebote sogar bewusst konstant, um Liquidität zu steuern. Wer jetzt einen Festgeldvertrag abschließen möchte, sollte deshalb nicht vorschnell zugreifen, sondern die Angebote verschiedener Banken sorgfältig vergleichen.
So haben sich die Festgeldzinsen bereits verbessert
Schon vor der jüngsten Leitzinserhöhung war eine klare Aufwärtsbewegung bei den Festgeldkonditionen zu beobachten. Die Spitzenzinsen für einjähriges Festgeld kletterten von rund 2,85 % Anfang 2025 auf zuletzt über 3,2 %, bei sechsmonatigem Festgeld ging es sogar von etwa 2,55 % auf bis zu 3,5 % nach oben. Auch bei längeren Laufzeiten zeigt sich der Trend: Für dreijähriges Festgeld sind mittlerweile Zinsen von bis zu 3,60 % p. a. drin. Mit dem neuen, höheren Einlagensatz der EZB dürfte sich dieser Trend fortsetzen.

Unitplus
- 2,97 % Zinsen p.a.
- Bis 1.000.000 € Anlagesumme
- Feste Laufzeit bis September 2027, trotzdem jederzeit flexibel verfügbar
- Auch Beträge über 100.000 € sind als Sondervermögen vollständig geschützt

BBVA
- 2,85 % - 3,50 % Zinsen p.a.
- 500 € - 1.000.000 € Anlagesumme
- Zwischen 6 Monaten und 5 Jahren Laufzeit
- Bis zu 100.000 € pro Kunde durch die gesetzliche Einlagensicherung
Worauf Sparer jetzt achten sollten
- Zinsvergleich statt Schnellschuss: Da sich die Konditionen nach dem EZB-Entscheid noch verändern können, lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf aktuelle Festgeld-Vergleiche, bevor man sich langfristig bindet.
- Laufzeit bedenken: Bei kurzen Laufzeiten (z. B. 3–6 Monate) lässt sich schneller auf weitere Zinsschritte reagieren. Wer sich für mehrere Jahre bindet, sichert sich zwar Planungssicherheit, verpasst aber möglicherweise künftige Zinserhöhungen.
- Einlagensicherung prüfen: Gerade bei Angeboten ausländischer Banken mit besonders attraktiven Zinsen lohnt sich ein Blick auf die gesetzliche Einlagensicherung (in der EU in der Regel bis 100.000 Euro pro Kunde und Institut abgesichert).
- Realzins im Blick behalten: Trotz steigender Nominalzinsen bleibt die Inflation mit 3,3 % hoch. Der reale Wertzuwachs des Ersparten fällt dadurch geringer aus, als die Nominalzinsen zunächst vermuten lassen.
Ob die EZB im Oktober oder in den folgenden Sitzungen weitere Zinsschritte vornimmt, ist derzeit offen und hängt maßgeblich von der weiteren Inflationsentwicklung ab. Für Festgeld-Sparer bedeutet das: Es lohnt sich, das Marktumfeld weiter aufmerksam zu verfolgen und Angebote regelmäßig neu zu bewerten, statt sich auf einen einmaligen Vergleich zu verlassen.
